Homepage der Pfarrei Heilig Geist, Bielefeld, 14.10.2007

 

Der rheinische Zungenschlag und sein direktes freundliches Wesen verraten rasch seine rheinische Herkunft: Bruder Andreas Warler ist Organist an der Basilika des Klosters Steinfeld. 1965 im ebenfalls in der Eifel gelegenen Baasem geboren studierte er Theologie in Passau und konnte somit der weltgrößten Domorgel nicht entgehen. 1989 begann er das Studium der Kirchenmusik.

Seither ist er als Konzertorganist aktiv in Steinfeld und auf Reisen. Zahlreiche CD-Aufnahmen sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit dem WDR dokumentieren sein kreatives Schaffen.

Bereits zum sechsten Mal ist er nun auf Einladung des Fördervereins zu Gast in Heilig Geist gewesen. Wiederum überzeugte er das bei bestem spätsommer Wetter in Heilig Geist eingekehrte Publikum von seinem Handwerk vor allem mit den Füßen (dazu gleich)!

Sein historisch stilbewusstes Musizieren brachte den Klang zweier heute vielleicht am seltensten aufgeführten Orgelkomponisten zu Gehör: der Thüringer Kirchenkantoren und nachbach'schen Orgelvirtuosen Rinck und Ruppe.

Verzückt vernahmen die Zuhörer danach die liebevollen Variationen über ein Marienlied des 1982 verstorbenen Düsseldorfer Maxkirchen Organisten Ingenhoven. Beeindruckend vor allem die mitunter rasante und nur mit dem Pedal ausgeführte Variation.

Den Rahmen gab eingangs eine musikalische Retrospektive Buxtehudes, an den in seinem 100. Todesjahr besonders erinnert werden sollte. Hier war es vor allem sein Praeludium und Fuge, das gleich am Anfang eine ungewohnt mitreißende Vorstellung des alten Meisters vermittelte. Selten hört man Buxtehude so spontan wie in dieser quasi-improvisierten Eingebung.

Das aber lag, wie sich zu Schluss des Programms zeigte, auch an der bereits bekannten und immer wieder bewunderten Improvisationsfähigkeit des Organisten. Andreas Warler entwarf mit geschickt gewählten thematischen Strichen eine rhapsodische Orgeldichtung von höchster Dynamik und sehr persönlichen choralartig gewirkten Teilen. Die musikalische Seele offenbarte sich beim Spielen. Das aufmerksame und höchst konzentrierte Publikum klatschte begeistert Applaus und forderte Zugabe, die gern gleich vierfach gewährt wurde.

Ein Wiedersehen und -hören wird gewünscht!

 

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